2011
Selektiver Wettbewerb

Transitlager

Wohn- und Geschäftshaus Basel-Landschaft
Schweiz

Das Transitlager ist Architektur und Ort zugleich. Das Spezifische des Ortes, die der Logistik unterworfene Bebauungsstruktur und die entsprechende Orientierung, Typologie, Größe und Funktion der Gebäude, ist dem Transitlager immanent. Im Umkehrschluss schafft das Transitlager den Ort.

Durch den außerordentlich großen Vorplatz und die Lage an der Peripherie des Dreispitz Areals nimmt das Transitlager eine Sonderstellung ein. Diese Sonderstellung findet ihre Entsprechung in der Volumetrie des Gebäudes die durch die auffällige Verjüngung der Gebäudeenden geprägt ist. Dieser unerwartete kontextuelle Bezug führt in der Konzeption des Transitlagers zu einem Zusammenspiel von Serienfertigung und Individualisierung.

Das Zusammenspiel von Serienfertigung und Individualisierung bildet auch die Grundlage für das Konzept unseres Projekts. In der Erstellung seriell vorfabriziert, soll das Gebäude in seiner Nutzung Spielraum lassen für eine vielseitige, individuelle Belegung. Es soll ein Gebäude entstehen, das eine gemeinschaftliche, ja populäre Atmosphäre evoziert und gleichzeitig Raum schafft für individuelle Bedürfnisse und Privatsphäre.

Das bestehende Gebäude wird soweit entblößt bis es als nun tragfähiges Regal eine flexible Nutzung zulässt und gleichzeitig die den Normen entsprechende Erschließung garantiert. Es werden lediglich eine zusätzliche Liftanlage für größeren Komfort und eine Kaskadentreppe für die Verbindung der erhobenen Straßen hinzugefügt.

Das neue Nutzvolumen, durchgängig in Metallleichtbau erstellt, wird asymmetrisch gegen Süden verschoben in das Regal ein- und aufgesetzt. Dadurch entstehen zum Freilager-Platz hin Erschliessungsstrassen die einen großzügigen und effizienten Zugang ermöglichen. Gleichzeitig schafft eine Vorzone Raum für individuelle Nutzungen und den kontrollierten Übergang von gemeinschaftlichen zu privaten Bereichen. Diese gedeckten „Strassenräume“ sind in ihren Abmessungen identisch mit den Trottoirs und den Vorgärten der beliebten Quartierstrassen des Gundeldinger Quartiers.

Ins Dachgeschoss des aufgesetzten Gebäudevolumens wird ein offener Strassenraum eingeschnitten. Auch hier schaffen “Vorgärten” den Bezug aber auch die Abgrenzung der Wohnungen vom gemeinschaftlichen Raum. Der Zugang zu dieser inneren Straße erfolgt über die Verlängerung der bestehenden Treppenhäuser und Liftanlagen. Diese vertikalen Elemente sind plastisch überhöht, ihre Dächer werden zu Aussichtsplattformen und sie unterteilen das Nutzvolumen gegen den Freilager-Platz hin in drei Gebäudeteile. Im Zusammenspiel mit der Rampe zur Erschließung des Sockelgeschosses, der Kaskadentreppe und den erhöhten Straßen markieren die Liftschächte und Treppentürme den Eingang zum Gebäude und geben ihm seine bezeichnende Plastizität.

Team:

Akustiker: Bau- und Raumakustik - Lärmshutz

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